Warum maastricht Vertrag

14 Ago Warum maastricht Vertrag

Europäischer NAvigator (n.d.) `Der Vertrag von Maastricht` [online], European NAvigator. Verfügbar unter: www.ena.lu/treaty_maastricht-2-16468. Zugriff am: 15. November 2010. Der Vertrag von Maastricht, mit dem die Europäische Union (EU) geschaffen wurde, wurde am 7. Februar 1992 in Maastricht unterzeichnet und trat am 1. November 1993 in Kraft, nachdem er von den damals zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaften ratifiziert worden war. Die Regierungskonferenzen (IGCs) über die Politische Union (PU) und die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU), auf denen die Mitgliedsstaaten die Änderungen der Gründungsverträge aushandelten, fanden vor dem turbulenten geopolitischen Hintergrund des Falls der Berliner Mauer (1989), der deutschen Einigung und des Endes des Kalten Krieges statt. Mit dem neuen Vertrag wurde der Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) geändert und die Europäische Gemeinschaft (EG) als erste Säule der Union eingeführt. Ferner wurde der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) und der Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG) geändert. Darüber hinaus wurden zwei Säulen der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit, nämlich die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) in einer zweiten Säule und die Zusammenarbeit zwischen Justiz und Inneres (JI) in einem dritten Pfeiler hinzugefügt.

Darüber hinaus wurde mit dem Vertrag der Europäische Ausschuss der Regionen (AdR) eingesetzt. Der AdR ist die Versammlung der lokalen und regionalen Vertreter der Europäischen Union (EU), die subnationalen Behörden (d. h. Regionen, Gemeinden, Städten usw.) eine direkte Stimme innerhalb des institutionellen Rahmens der EU zur Verfügung stellt. Mit wenigen Worten legte der Vertrag von Maastricht die Grundlagen für eine Wirtschafts- und Währungsunion. Oder, wie es im Vertrag heißt, er fördert «die Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts und durch die Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion, die letztlich eine einheitliche Währung einschließt». Dies gipfelte 2002 mit der Verwirklichung des Euro. Der französische Ökonom Jean Claude Trichet sagte kürzlich, dass die «Schaffung einer gemeinsamen Währung eine multinationale und multikonsenspolitische Entscheidung […] eine Konvergenz großer politischer Sensibilitäten». Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Präsident Francois Mitterrand schrieben an die Staats- und Regierungschefs der anderen zehn Mitgliedsstaaten und erklärten, es sei an der Zeit, «die Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten insgesamt in eine Europäische Union umzuwandeln». Dieser Wandel umfasste die Ausweitung der Kompetenzen der Europäischen Gemeinschaften in Bereichen wie Umwelt, Industrie und Kohäsionspolitik. Es bedeutete auch, dass das Europäische Parlament nun befugt war, gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union Rechtsakte in einem Verfahren namens Mitentscheidung zu erlassen.

Der Vertrag schuf auch die so genannte Säulenstruktur der Europäischen Union. Der Vertrag legte die drei Säulen der Europäischen Union fest – einen supranationalen Pfeiler, der aus drei Europäischen Gemeinschaften (einschließlich der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Europäischen Atomgemeinschaft), der Säule Der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und der Säule Justiz und Inneres (JI) geschaffen wurde. Der erste Pfeiler war, wo die supranationalen Institutionen der EU – die Kommission, das Europäische Parlament und der Europäische Gerichtshof – die größte Macht und den größten Einfluss hatten. Die beiden anderen Pfeiler waren im Wesentlichen eher zwischenstaatlicher Natur, wobei Die Entscheidungen von Ausschüssen getroffen wurden, die sich aus Politikern und Beamten der Mitgliedstaaten zusammensetzten. [13] Einer der Hauptgründe, warum die Dänen «Nein» zum Vertrag sagten, war die Unionsbürgerschaft. Viele Menschen in den Mitgliedstaaten hatten Angst, dass die Einführung einer solchen Staatsbürgerschaft ihre nationale Staatsbürgerschaft behindern und eine Debatte über die nationale Identität auslösen würde.

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